An jenem Tag im blauen Mond September,
still, unter einem jungen Pflaumenbaum,
da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
in meinem Arm, wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
war eine Wolke, die ich lange sah.
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben,
und als ich aufsah, war sie nimmer da.
Seit diesem Tag sind viele, viele Monde
geschwommen still, hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen.
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
Dann sag ich dir, ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer.
Ich weiß nur mehr, ich küsste es dereinst.
Und auch den Kuss, ich hätt’ ihn längst vergessen,
wenn nicht die Wolke da gewesen wär.
Die weiß ich noch und werd’ ich immer wissen:
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blüh’n vielleicht noch immer,
und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind.
Doch jene Wolke blühte nur Minuten,
und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.