LYSIART
Recitativo
Wo berg' ich mich? Wo fänd' ich Fassung wieder?
Ha! Toller Frevelwahn, du warst es ja,
Der sie als leichte Beute sah!
Ihr Felsen, stürzt auf mich hernieder!
Du Widerhall, ruf nicht das Ach
Des hoffnungslosen Strebens nach!
Nie wird sie mein, o ew'ger Qualen Hyder!
Schweigt, glüh'nden Sehnens wilde Triebe,
Ihr Auge sucht den Himmel nur,
In ihr wohnt Unschuld, Anmut, Liebe,
Ganz Wahrheit ist sie, ganz Natur.
Was soll mir ferner Gut und Land?
Die Welt ist arm und öde ohne sie!
Mein ihre Huld? – Mein wird sie nie!
Vergiß, Unseliger! Entflieh!
Sie liebt ihn! – Und er sollte leben?
Ich schmachtend beben?
Im Staube Sieg ihm zugesteh'n ?
O nein! Er darf nicht leben,
Ich mord' ihn unter tausend Weh'n!
Doch, Hölle! Du kannst sie mir auch nicht geben;
Sie liebt ihn, ich muß untergeh'n!
Aria
So weih' ich mich den Rachgewalten,
Sie locken mich zu schwarzer Tat!
Geworfen ist des Unheils Saat,
Der Todeskeim muß sich entfalten!
Zertrümm're, schönes Bild!
Fort, letzter, süßer Schmerz!
Nur sein Verderben füllt die Brust!
Nur sein Verderben füllt die sturmbewegte Brust!